... in unserer Reihe FRÜHE MEISTER DER FILMKUNST nur Sonntag, den 13. September um 20:30 Uhr in Saal 2!
(Ninotchka)
USA 1939
Liebeskomödie.
Regie: Ernst Lubitsch
Drehbuch: Charles Brackett, Billy Wilder, Walter Reisch
Produktion: Ernst Lubitsch, Sidney Franklin für MGM
Musik: Werner Richard Heymann
Kamera: William H. Daniels
Schnitt: Gene Ruggiero
Besetzung: Greta Garbo, Melvyn Douglas, Ina Claire, Felix Bressart, Sig Ruman, Alexander Granach, Bela Lugosi, Gregory Gaye, Rolfe Sedan, Edwin Maxwell, Richard Carle, Tamara Shayne, Lawrence Grant, George Tobias u.v.a.
110 Minuten, s/w, FSK 0
Deutsche Synchronfassung!
Drei russische Funktionäre werden 1939 nach Paris geschickt, um die konfiszierten Kronjuwelen einer geflohenen Großherzogin zu verkaufen. Doch die Verlockungen der Weltstadt sind mannigfaltig und lassen sie vom Kurs abkommen. Die linientreue Kommissarin Ninotschka soll die Verräter stellen und das Geschäft im Sinne ihrer Partei vollziehen. Da lernt sie den charmanten Grafen Léon kennen…
Das Studio bewarb Greta Garbos erste Komödie mit dem Slogan „Garbo laughs!“ (Garbo lacht!), womit das Studio die Werbekampagne für ‚Anna Christie’, Garbos ersten Tonfilm („Garbo talks!“), parodierte.
Da die Sowjetunion zur Stalinzeit in „Ninotschka“ als steif und trostlos kritisiert wurde, erhielt der Film ein Aufführungsverbot in der Sowjetunion. In Deutschland erlebte der Film erst 1948 seine Kinopremiere, allerdings nur in den westlichen Zonen.
1954 wurde eine Musicalfassung des Bühnenstücks ‚Ninotschka’ am Broadway unter dem Titel ‚Silk Stockings’ uraufgeführt. Die Musik stammt von Cole Porter und die weibliche Hauptrolle spielte Hildegard Knef.
4 Oscar-Nominierungen 1940. Greta Garbo wurde 1940 für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert.
„Stalin würde ihn nicht mögen. Molotoff würde wohl seine Beauftragten von Metro-Goldwyn-Mayer abziehen. Wir sagen einfach, dass Garbos Ninotschka eine der spritzigsten Komödien des Jahres ist, eine freche, impertinente und boshafte Geschichte, deren Pointen keine Grenzen kennen (egal, wie weit sie unter die Gürtellinie gehen), und die die erste dramatische Schauspielerin vorstellt, die eine Komödienrolle mit dem Ausdruck von Buster Keaton spielt. [...] Und nicht einmal die Rockefellers konnten erwarten, dass MGM der Garbo auf Kosten der Sowjetunion einen Lacher entlockt. [...] Aus diesem Grund ist der Stoff so ausschließlich für die Filmleinwand geeignet, dass kein Zeitungsartikel weder ihm noch Miss Garbo's wunderbarer Premiere als Komikerin auch nur ansatzweise gerecht werden könnte. Das monotone Spiel der Garbo muss einfach sein. Wir hoffen beinahe, dass sie einmal eine Szene schlecht spielt, um uns mit Widerwillen zu erfüllen und den Verdacht zu zerstreuen, dass wir Mitglieder eines Fanclubs wären. Aber sie bleibt unfehlbar, und Garbo ist immer Herrin über die Situation und tut genau das, was Drehbuch und Regisseur von ihr verlangen. Ihre "Trink"-Szene gefällt uns nicht, aber weil wir sie nicht mögen, wissen wir, dass der Fehler beim Autor und bei Mr. Lubitsch liegt. Hier lasteten sie ihr zuviel auf.“ (Frank S. Nugent in der ‘New York Times’)
„Klassische Hollywood-Komödie mit hervorragenden Darstellern, inszeniert mit hintergründigem Witz nach einem brillant geschriebenen Drehbuch. Unter Lubitschs subtiler Regie spielte Greta Garbo ihre einzige wirklich gelungene komische Rolle.“ (Lexikon des internationalen Films)